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Pressemeldungen

Konsensuspapier: Expertenempfehlungen sollen Influenza-Impfraten steigern

- Impfraten gegen Influenza vor allem bei Risikogruppen in Deutschland unzureichend
- Motivation: Experten empfehlen, jeden Arztkontakt für Beratung zur Influenza-Impfung zu nutzen, um die Akzeptanz zu erhöhen und Vorbehalte abzubauen
- Wahl des Impfstoffs: Adjuvantierte Impfstoffe am besten geeignet für Senioren und chronisch Kranke

Marburg, 15.09.2011 - Insgesamt fünf Empfehlungen für die bevorstehende Influenza-Impfsaison richtet eine interdisziplinäre Expertenrunde in einem jetzt erschienenen Konsensuspapier1 an die Ärzte in Deutschland. Ziel dieser Initiative ist es, die besorgniserregend niedrigen Impfraten - insbesondere bei den Risikogruppen - zu steigern. Die Grundlage für die Empfehlungen bildet das 4. Potsdamer Impfkollegium*, auf dem die aktuelle Situation bei der Vorbeugung gegen die Influenza diskutiert wurde. „Mit den unzureichenden Impfraten dürfen sich alle, die für die Gesundheit der Bürger Verantwortung tragen, keinesfalls abfinden“, begründet Prof. Dr. Peter Wutzler, Direktor des Instituts für Virologie und Antivirale Therapie, Universität Jena, und Chairman des Potsdamer Impfkollegiums die Beweggründe der Autoren, sich in diesem Papier an die Fachöffentlichkeit zu wenden.

Die Empfehlungen im Einzelnen:
Ärzte und medizinische Fachkräfte sind aufgerufen, ihre Bemühungen zu intensivieren und bekannte Risikogruppen – also Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke, Schwangere, medizinisches Personal und Beschäftigte in Einrichtungen mit erhöhtem Personenverkehr – zur Impfung zu motivieren. Bei diesen Personenkreisen sollten nach Meinung der unterzeichnenden Experten jeder Arztkontakt genutzt werden, um die potentiellen Impflinge auf die Grippeimpfung anzusprechen.

Dabei ist es wichtig, so die zweite Empfehlung, mögliche Vorbehalte gegenüber der Impfung mit auch für Laien verständlichen Fakten abzubauen. Tatsächlich haben sich die mit MF59 adjuvantierten Impfstoffe über viele Jahre hinweg als wirksam und gut verträglich erwiesen.

Eine besondere Situation stellt dieses Jahr die Tatsache dar, dass die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffs erstmals derjenigen der letzten Saison entspricht. Trotzdem sollten im letzten Jahr immunisierte ältere Menschen in dieser Saison erneut geimpft werden, um den Impfschutz aufzufrischen, so die Experten in ihrer dritten Empfehlung für die diesjährige Grippesaison. Auch bei gesunden jungen Menschen kann eine Wiederholung der Impfung von Vorteil sein.

Da die verfügbaren Influenza-Impfstoffe aufgrund ihrer unterschiedlichen Herstellungs-verfahren durchaus abweichende Eigenschaften aufweisen, sollten Ärzte einen für den jeweiligen Empfänger geeigneten Impfstoff auswählen. Hintergrund für diese Empfehlung sind umfangreiche Studien, die zeigen, dass besonders bei Senioren und chronisch Kranken adjuvantierte Impfstoffe immunogener sind und einen breiteren Schutz auch gegen Driftvarianten bieten als klassische Impfstoffe ohne Adjuvans.

„Auch wenn es der insgesamt relativ milde Verlauf der H1N1-Pandemie schwerer macht, der Bevölkerung die potentielle Gefahr der jährlichen Influenza zu vermitteln, so hat die Pandemie erneut gezeigt, wie unberechenbar Influenza-Ausbrüche sein können und dass lebensbedrohliche Erkrankungen und Todesfälle auch bei Personen außerhalb der bekannten Risikogruppen auftreten können“, appellieren die unterzeichnenden Experten an die impfenden Ärzte, nicht in ihren Bemühungen nachzulassen, die Impfraten gegen Influenza zu steigern.

Zuletzt sprechen sich die Unterzeichner für eine generelle Impfung von Kindern gegen Influenza aus. Begründet wird dies mit der hohen Empfänglichkeit dieser Altersgruppe für diese Infektion, der entsprechend großen Zahl der Arztkontakte, ihrem hohen Risiko für Influenza-bedingte Komplikationen und den damit zusammen hängenden erheblichen Hospitalisierungsraten. Zudem tragen Kinder aufgrund ihrer vielen Sozialkontakte auch stark zur Verbreitung der Infektion bei. Vielversprechende Studienergebnisse mit einem Grippeimpfstoff mit dem Adjuvans MF59 in dieser Altersgruppe geben Anlass zur Hoffnung, dass auch für diese besonders empfängliche Altersgruppe in absehbarer Zeit ein zuverlässiger Schutz gegen Influenza möglich sein wird. „Die Empfehlung dieser Präventivmaßnahme ist ein erstrebenswertes Ziel“, fassen die Experten ihre fünfte Empfehlung zusammen.


*  Peter Wutzler, Barbara Gärtner, Markus Knuf, Petra Sandow, Thomas Weinke „Konsensus-Papier: Empfehlungen für die bevorstehende Influenza-Impfsaison“, MMW, Fortschritte der Medizin, Nr.37/2011 (153. Jg.)
** 4. Potsdamer Impfkollegium, 29.-30. April 2011, Potsdam-Hermannswerder


(Bild: Influenza Virus)

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Novartis Vaccines in Marburg ist der deutsche Standort des Impfstoffherstellers Novartis Vaccines and Diagnostics. In Deutschland hat der Impfstoffhersteller eine mehr als 100-jährige Tradition, die auf den Firmengründer Emil von Behring zurückgeht, den ersten Träger des Medizin-Nobelpreises. In Deutschland ist Novartis Vaccines führender Spezialist bei Influenza- und FSME-Impfstoffen. Am Standort Marburg werden neben Grippe- und FSME-Impfstoff u. a. auch Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und Tollwut hergestellt.
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09.01.2012 16:43 Uhr

 

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